Der schönste Platz ist immer an der Theke…

von | 22. März 2020 | Verkauf optimieren | 1 Kommentar

Vor Beginn eines Seminars zur Warenpräsentation sagte mal eine Ladenmitarbeiterin zu mir: „Vielleicht müssen wir gar nicht so viel dekorieren, sondern einfach erst mal aufräumen…“. Ich musste ihr recht geben. Denn bis auf ein paar Kleinigkeiten waren Schaufenster und Präsentationsflächen ansprechend dekoriert – aber dieser positive Eindruck wurde von ein paar „Rumpelecken“ erheblich gestört. Vor allem der Tresenbereich wirkte eher wie eine Ansammlung von Krimskrams.

Der schönste Platz ist immer an der Theke…

von | 22. März 2020 | Verkauf optimieren | 1 Kommentar

Vor Beginn eines Seminars zur Warenpräsentation sagte mal eine Ladenmitarbeiterin zu mir: „Vielleicht müssen wir gar nicht so viel dekorieren, sondern einfach erst mal aufräumen…“. Ich musste ihr recht geben. Denn bis auf ein paar Kleinigkeiten waren Schaufenster und Präsentationsflächen ansprechend dekoriert – aber dieser positive Eindruck wurde von ein paar „Rumpelecken“ erheblich gestört. Vor allem der Tresenbereich wirkte eher wie eine Ansammlung von Krimskrams.

Der “blinde Fleck”

Meiner Erfahrung nach ist die Kassenzone in vielen Weltläden ein „blinder Fleck“. Ihr wird bei der Gestaltung und Pflege des Verkaufsraums oft wenig Beachtung geschenkt – obwohl sich alle Kund*innen, die etwas kaufen, dort aufhalten. Die mit der Zeit gewachsene Unordnung auf oder unattraktive Elemente hinter dem Tresen nehmen die Mitarbeiter*innen oft gar nicht mehr wahr, da sie ja über den Tresen hinweg in den Laden blicken. Die Kund*innen hingegen schauen genau auf das Durcheinander…und nehmen das als letzten Eindruck aus dem Laden mit.

Kommt euch einer der folgenden Punkte bekannt vor?

  • Auf dem Tresen: Neben den notwendigen Arbeitsmitteln wie Kasse und Monitor finden sich diverse Flyer (teils nicht aktuell), kleinteilige Ware in unterschiedlichen Schalen und Aufstellern, Kataloge, Büromaterial, eine angeschlagene Spendendose, … 
  • Hinter dem Tresen: ein buntes Sammelsurium aus leicht schief hängenden Plakaten verschiedener Anbieter (mit entsprechend uneinheitlicher Gestaltung), eine Pinnwand mit eselsohrigen Notizzetteln, die Telefonliste der Mitarbeiter*innen, Termine für die Müllabfuhr, Aktenordner mit Bestellungen, ein Regal mit reservierten oder reklamierten Artikeln,…
  • Vor und neben dem Tresen: Sammelboxen für Korken und andere recyclebare Dinge, ein Korb mit Lebensmitteln mit kurzem MHD, Kabelgewirr, …

Please excuse the mess. I live here.

Das sollte nicht das Motto bei der Gestaltung des Verkaufsraums sein!

Please excuse the mess. I live here.

Das sollte nicht das Motto bei der Gestaltung des Verkaufsraums sein!

Wenn ja, ist es höchste Zeit zum Entrümpeln, Aufräumen und Umgestalten!

Denn solche wild wuchernden Ansammlungen wirken unprofessionell, schaffen optische Unruhe und eine ungemütliche Atmosphäre. Sie lenken von eurem Anliegen, den Fairen Handel und seine Akteure positiv darzustellen, ab. Und sie machen eine sonst ansprechende Dekoration eurer Verkaufsfläche zunichte.

Stellt euch vor, ihr bekommt Besuch von den Schwiegereltern. Da räumt ihr die Wohnung auf und stellt schöne Blumen auf den Tisch – dann lasst ihr doch auch nicht die Tür zur Abstellkammer offen stehen!

Die Kundin soll nur sehen, was die Kundin sehen soll!

Auch für die Kassentheke gilt: Weniger ist mehr. In die Sichtzone eurer Kund*innen gehört nur das, was für den Bezahlvorgang, die Information und das Wohlbefinden notwendig ist – und zwar mit genau so viel Sorgfalt gestaltet wie eure Warenpräsentation.

Alles, was ihr für die alltägliche Arbeit am Verkaufstresen braucht (Kataloge, Material zum Verpacken etc.) sollte in für euch bequem zu erreichenden Schubladen oder Unterschränken verstaut sein. Hinter dem Tresen sollte kein offenes Regal stehen, sondern ein niedriger Schrank mit Türen, hinter denen alles verschwinden darf, was für eure Kund*innen nicht relevant ist. Eure Buchhaltung, offene Mülleimer, benutzte Kaffeetassen – das alles gehört nicht ins Blickfeld eurer Kundschaft.  Betrachtet den Kassenbereich einmal mit den Augen einer Kundin: Ist es dort einladend, fühle ich mich willkommen, habe ich Platz, finde ich dort Ruhe?

Tipp: Großformatige Bilder an der Wand (hier im Weltladen Hamburg Ottensen)

Professionell und einladend wird eure Kassenzone mit großformatigen Bildern (z.B. Produzentenportrait, Weltladen-Logo) als Blickfang, ausreichend Platz, durchdachter Beleuchtung und vor allem: Ordnung – und aufräumen kann wirklich jede*r.

Der Tresen ist der Bereich, an dem ihr mit euren Kund*innen kommuniziert, oft halten sie sich dort länger als in den anderen Bereichen eures Ladens auf. Vor allem, wenn sie an der Kasse etwas warten müssen, können sie sich in Ruhe alle Einzelheiten auf und hinter dem Tresen ansehen… Auch beim Bezahlen soll sich die Kundin noch wohl- und wertgeschätzt fühlen; durch eine bewusste Gestaltung und Pflege des Tresenbereichs tragt ihr dazu bei. Und auch ihr fühlt euch sicherlich an einem übersichtlichen, liebevoll gestalteten Arbeitsplatz wohler 🙂

FAIR G’NÜGT Geschäft von Frida Feeling in Darmstadt

Weltladen Eckernförde im Grünen Haus

Mit einem positiven Gefühl gehen

Es wäre doch schade, wenn der Aufenthalt im Kassenbereich nur als notwendiger Bezahlvorgang wahrgenommen wird. Das könnt ihr tun, damit die Kund*innen ihren Einkauf mit einem positiven Gefühl abschließen:

  • Gestaltet die Wand hinter dem Tresen einladend, z.B. mit einem Schild mit Weltladen-Logo oder dem Portrait eines Handelspartners
  • Haltet auf dem Tresen genügend Platz frei, damit die Kundin ihre Ware und ihre Tasche abstellen kann.
  • Beleuchtet den Tresenbereich in warmen Lichtfarben. Das unterstützt eine freundliche, angenehme Atmosphäre
  • Präsentiert ausgewählte, aktuelle Flyer und in ordentlichen Aufstellern
  • Bietet kleinteilige Mitnahmeartikel in passenden Displays an
  • Haltet den Raum vor dem Tresen frei zugänglich
  • Achtet in der Kassenzone besonders auf Ordnung und Sauberkeit

Ihr möchtet die Zeit während der CORONA-Krise zum Aufräumen nutzen?

Gerade in dieser Zeit, in der viele Läden geschlossen haben, bietet es sich an, das Geschäft wieder auf Vordermann zu bringen: Klarheit in die Sortimentsgestaltung bringen, Um- und Aufräumen, Neugestalten, Modernisieren.

Zwar sind Seminare vor Ort derzeit nicht möglich. Katharina berät euch aber gerne telefonisch oder per Videokonferenz bei euren Vorhaben. 

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Was habt ihr während der CORONA-Krise vor?

Werdet ihr euren Laden auf- oder umräumen? Schreibt uns, was ihr geplant habt und wie ihr wieder durchstarten werdet, sobald es losgeht.

Schreibe uns deine Geschichten und Meinungen in die Kommentare und diskutiere mit. Oder schreibe uns direkt an katharina@kisii.de.

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